„CQ Contest CQ Frankencontest…“ – So oder so ähnlich erklang am vergangenen Samstag um 17:00 Uhr MESZ vielerorts der Auftakt zum diesjährigen Frankencontest. Bis 21:00 Uhr sollten diese Worte unzählige Male auf 10m, 2m und 70cm durch den Äther gehen und auch noch am Sonntag von 09:00 bis 12:00 Uhr auf den Bändern zu hören sein. Das diesjährige Ziel war klar: den Rekord für die meisten aufeinanderfolgenden Siege in der OV-Wertung übertreffen. Derzeit liegen wir als OV Coburg mit sechs Siegen in Folge gleichauf mit den Forchheimern. Entsprechend motiviert wurden die heimischen Shacks und die umliegenden Berge bei strahlendem Sonnenschein – teils zu Fuß – aktiviert. Ob wir unser Ziel jedoch erreicht haben, wird sich erst nach der Auswertung zeigen.
Station von Robert und Anton
Auf rund 850m ü.NN. hatten Robert DK2RO und ich (DL8AW) ein großes Portabelsetup aufgebaut. Während des Geräteaufbaus im Auto kam, von den insgesamt elf Antennen auf drei Masten angelockt, eine interessierte Wandergruppe auf uns zu und fragte uns, was wir da eigentlich machen. Nach den üblichen Fragen zum Hobby und zur maximalen Reichweite der Signale kam schließlich die Frage auf, ob man nicht einfach telefonieren könne. Die Antwort „naja, ein Telefonierwettbewerb klingt jetzt nicht so spannend“ konnte auch die Zuhörer überzeugen. Auf die Nachfrage nach den Kosten unserer Station verwiesen wir auf Roberts Selbstbau-Moxonantenne für 10m, deren Grundkonstruktion aus zwei ineinandergesteckten Plastik-Schneidbrettchen und Kabelbindern besteht und damit im Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar sein dürfte. Nach etwa 10 Minuten zog die Gruppe weiter und auch wir schlossen den Aufbau rechtzeitig vor Contestbeginn ab.


Station von Sebastian und Michael
Sebastian DK5XL und Michael DK6MM mussten das Equipment zu Fuß zum Standort auf rund 650m ü.NN. bringen, nachdem der Versuch, für die Zufahrt eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken, an der Bürokratie gescheitert war. Wie schon im Vorjahr nahmen die beiden den Fußweg in Kauf und bauten eine Duoband-Yagi für 2m/70cm und einen Vertikaldipol für 10m auf. Versorgt wurde die Station über die gesamte Contestdauer aus einem 50Ah LiFePo4-Akku.



Funkbetrieb am Samstag
Der Contestteil am Samstag auf 10m, 2m und 70cm verging wie im Flug. Nur selten war Zeit zum Durchatmen, da auf beinahe jeden CQ-Ruf eine oder mehrere Antworten eingingen. Eine Besonderheit war der gleichzeitig auf 2m stattfindende Rheinland-Pfalz-Contest. Da im UKW-Teil die QSO-Punkte nach Entfernung vergeben werden, brachten genau diese Stationen die meisten Punkte. Wie wir feststellten, waren auch im Distrikt K einige Stationen mit zwei oder mehr Operatoren besetzt – über diese freuten wir uns besonders, da sie die doppelte oder dreifache Punktzahl einbrachten. Eine fest nach Westen ausgerichtete 2m-Yagi half dabei, einige dieser Stationen sicher zu arbeiten, ohne den Mast drehen zu müssen. Um Punkt 21:00 Uhr begannen wir nach je knapp 200 QSOs mit dem Abbau. Wie jedes Jahr kamen Masten und Antennen zuerst dran, um vor der Dunkelheit fertig zu werden – und um nicht, wie schon einmal passiert, ein Koaxkabel im Gras liegen zu lassen. Knapp eine Stunde später war alles verstaut und bereit zum Abtransport. Vor der Rückfahrt richteten Attila DL1NUX und Ronny DO3RON von ihrem Standort aus Taschenlampe und Laserpointer in unsere Richtung. Leider gelang es uns auf die Schnelle nicht, den Punkt auszumachen – die vorherigen QSOs auf 10m, 2m und 70cm mussten genügen. So traten wir um kurz nach 22:00 Uhr die etwa einstündige Rückfahrt an.
Funkbetrieb am Sonntag
Die Nacht zwischen den Contestteilen war wieder kurz – um 06:30 klingelte der Wecker. UKW-Equipment wurde teilweise durch Kurzwellenequipment ersetzt. Mit einem schnellen Kaffee und einer ersten Stärkung ging es für mich (Anton) weiter zum nächsten Standort. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Aufbau war meine Station etwas verspätet in der Luft. Die Beteiligung am Sonntagmorgen auf 80m war hoch, hätte aber noch etwas höher sein können. So kamen auf 80m viele SSB-QSOs ins Log. Durch die separate CW-Wertung versuchte ich, auch einige CW-QSOs ins Log zu bekommen, jedoch schienen hier nicht viele Stationen aktiv zu sein – oder ich war zur falschen Zeit auf CW aktiv. Auf dem 40m Band, das gegen 10:30 Uhr für den Frankencontest nutzbar wurde, war besonders in SSB reger Betrieb, sodass es teilweise schwierig war, eine freie Frequenz zu finden.

Ab 12:00 Uhr ging auch der Abbau zügig vonstatten. Während sich auf DB0UC noch einige Teilnehmer über den gelungenen Contest austauschten, verschwanden Antennen und Geräte im Auto. Ein Teil davon fand den Weg zurück ins OV-Lager Spittelstein. Der Kurzwellenteil fiel wie so oft auf den Muttertag, an dem man zum Mittagessen schließlich nicht zu spät kommen will…
Fazit
Genaue Zahlen wird die Auswertung bringen, aber ich hatte den Eindruck, dass die Beteiligung in diesem Jahr sehr hoch war. Auch seltener gehörte fränkische DOKs wurden zumindest von einer oder zwei Stationen vergeben und ließen die virtuelle Multiplier-Bell (siehe WAG-Contest) erklingen. Der Wermutstropfen bleibt, dass es noch immer vier von 49 fränkischen Ortsverbänden (DARC+VFDB) gibt, die seit 2006 noch nie ein Log eingereicht haben. Vielen Dank an alle Teilnehmer innerhalb und außerhalb Frankens und an Attila DL1NUX als Ausrichter. Wir warten gespannt auf die Auswertung und freuen uns auf den nächsten Frankencontest.
Bildquellen
- Bereit für den Contest…: DL8AW
- Außenansicht Station DK2RO und DL8AW: DK2RO
- Portabelstation DK6MM und DK5XL: DK6MM
- Gesamtaufbau DK6MM und DK5XL: DK5XL
- Duoband-Yagi und Vertikaldipol: DK5XL
- Titelbild Frankencontest 2026: DK2RO
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